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28.05.08

Parcouring: Akrobatik im urbanen Raum

Parcouring, auch Parkour oder Freerunning genannt, ist eine neue Sport- und Fortbewegungsart. Seine Wurzeln hat der Trendsport auf der Karibik-Insel Martinique. Dort organisierte der französische Marine-Offizier Georges Hébert 1902 die Flucht vor einem Vulkanausbruch und konnte 700 Menschen das Leben retten. Daraus wurde eine besondere Methode körperlichen und geistigen Trainings im Freien entwickelt, die "Méthode Naturelle".

Basierend auf dieser Methode sowie der in den 1980er Jahren in Paris entstandenen "L´art du déplacement" suchen sich heute Sportler den effizientesten und schnellsten Weg durch die Stadt. Körperbeherrschung und Ausdauer sind ebenso gefragt wie Sprungkraft und Kreativität. Parcouring bietet Raum für alle akrobatischen und kunstvollen Fortbewegungsformen.

In einem eigens in Bayreuth eröffneten Parcouring Technology Center wird die neue Sportart erforscht. Es wurden Parcouring Hindernisse aufgebaut, die für Training und Untersuchungen genutzt werden und Neugierigen Einblicke in den neuen Trendsport bieten.

Mittlerweile können die Trendsportler sich auch in Wettkämpfen in den Disziplinen „Speed“ oder „Style“ messen. Bei der 1. PARCOURING WORLD CHAMPIONSHIP im Rahmen des Münchner Streetlife-Festivals trafen sich Athleten aus Bulgarien, Russland, England und Deutschland, um den ersten Parkour-Weltmeister zu finden. Im Herbst 2008 findet die Weltmeisterschaft in Hamburg statt unter Beteiligung von Teams aus neun Nationen.

23.05.08

Bogenschießen im Behindertensport

Bogenschießen zählt normalerweise zu den ersten Sportarten, die bei einer langwierigen Rehabilitation im Verlauf eines Krankenhausaufenthalts – etwa nach einem Verkehrsunfall – eingesetzt werden. Querschnittgelähmte profitieren besonders davon, da Bogenschießen es ihnen ermöglicht, die möglicherweise durch den Unfall verloren gegangene Kraft und Ausdauer wieder für sich zu gewinnen. Präzision und Konstanz, wichtig für ein gutes Ergebnis beim Bogenschießen, werden ebenfalls trainiert.

Das schafft Willensstärke, und wenn der Erfolg sichtbar ist, kommt auch scheinbar verschwundenes Selbstvertrauen schnell wieder zurück. Der Patient lernt, mit guten, aber auch mit schlechten Leistungen umzugehen. Seitdem die Abteilung Bogenschießen des Deutschen Behindertensportverbands in den Schützenbund mit aufgenommen wurde, werden auch für Bogenschützen mit Behinderung Meisterschaften auf allen sportlichen Ebenen ausgerichtet, mit der Deutschen Meisterschaft als Höhepunkt im Terminkalender.
Deutschlands Rollstuhlsportler gehören zu den besten Bogenschützen mit Behinderung im internationalen Vergleich. Sie gewannen viele Medaillen bei internationalen Meisterschaften und halten bis heute mehrere Weltrekorde in Einzel- und Mannschaftswettbewerben.
Informationen zu Rekorden und Terminen in der Sportart Bogenschießen für Behinderte finden Sie auch beim Deutschen Behindertensportverband. Für Menschen mit Behinderung, die selbst einmal gerne das Bogenschießen ausprobieren möchten, gibt es in entsprechenden Fachgeschäften preiswerte und für den Anfänger gut geeignete Modelle zu kaufen. Bei Vereinen, die Sportlern mit Behinderung das Bogenschießen anbieten, besteht eventuell die Möglichkeit, sich von erfahrenen Sportlern in die Grundzüge dieser faszinierenden Sportart einführen zu lassen.

22.05.08

Streetsurfing mit dem Waveboard

streetsurfing.jpgDie neue Sportart Streetsurfing findet auch hierzulande immer mehr begeisterte Anhänger. Zum Einsatz kommt dabei ein Brett, das dem Skateboard ähnelt, jedoch über zweigeteilte Decks verfügt, die mit einer drehbaren Gelenkachse verbunden sind und dadurch gegenläufige Drehungen der Decks um die Längsachse erlauben. Unter jeder Fußplatte befindet sich eine um 360° schwenkbare Rolle. Das ermöglicht dem Streetsurfer im Gegensatz zum herkömmlichen Skateboard deutlich mehr Fahrdynamik.

Der Schwung kommt beim Streetsurfing nicht durch das Abstoßen, sondern durch die gezielte Verlagerung des Körperschwerpunkts. Hüft- und Beinbewegungen ermöglichen die Beschleunigung des Fahrtempos, selbst Steigungen können so angegangen werden. Doch das Waveboard erlaubt noch extremere Manöver und kann durch den speziellen Rollenaufbau nicht nur vorwärts, sondern auch seitwärts sowie schräg gefahren werden.

Streetsurfing macht nicht nur fit, sondern trainiert neben den Muskeln auch den Gleichgewichtssinn - und macht Spaß. Aus diesem Grund wurde 2007 ein kostenloses Schulprogramm ins Leben gerufen, dass Bewegungsmuffeln wieder Freude an körperlicher Bewegung verschafen soll. Interessierte Schulen können Waveboards samt Schutzhelmen kostenlos ausleihen und so den Sportunterricht einmal ganz anders gestalten. Weitere Informationen zum Schulprogramm unter Streetsurfing-Shop.

Foto: streetsurfing-shop.de

18.05.08

Golfschläger Fitting: Der richtige Golfschläger für jeden Spielertyp

Jeder Golfer braucht Schläger, die zu ihm passen - egal ob Hobbyspieler oder Profi. Gerade beim Golfen gibt es mehrere individuelle Parameter, welche Art und Bauweise des Golfschlägers bestimmen und ganz speziell vom jeweiligen Spieler abhängen. In vielen Fällen sind Golfschläger „von der Stange“ nicht ausreichend.

Aus diesem Grund gewinnt das Golfschläger Fitting immer mehr an Bedeutung. Man unterscheidet dabei statisches und dynamisches Fitting. Beim statischen Fitting werden beim Golfspieler die ausschlaggebenden Faktoren wie Körper- oder Handgröße vermessen, um die Schaftlänge des Schlägers und die Griffstärke individuell ermitteln zu können. Beim dynamischen Fitting wird der Golfschläger mittels einer Schwunganalyse an den jeweiligen Spieler angepasst. Hierbei wird zum Beispiel die Schwungebene des Spielers ermittelt, wonach der entsprechende Lie-Winkel (Winkel des Schlägerschaftes zum Boden) angepasst werden muss. Aufgrund der bei allen Spielern unterschiedlichen Ansprechpositionen und Schwungwinkeln ist eine genaue Schwunganalyse vom Fachmann, am besten noch per Videoaufnahme, notwendig.

Auch die Art des Materials (z.B. Alu oder Graphit), aus dem der Schläger gefertigt ist, sollte angepasst sein, da die Härte des Schlägerschaftes auch von den technischen Fähigkeiten des jeweiligen Spielers abhängt. Ebenso der Schaftflex des Schlägers: Er bestimmt die Biegekapazität des Golfschlägers, also inwieweit sich der Golfschläger in Abhängigkeit der Schlägerbeschleunigung während eines Schlages in der Längsachse verformt. Verformt sich der Schläger zu viel oder zu wenig, wirkt sich das negativ auf den Schwung des Spielers aus - der Schlag wird fehlerhaft.

Golfschläger Fitting oder auch Clubfitting ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Nach Schätzungen von Fachleuten spielt in Deutschland etwa die Hälfte der Golfer noch mit Golfschlägern, die nicht an den Spieler angepasst sind, und somit den Golfer eher behindern als unterstützen. Hinzu kommt, dass es bei sogenannten "Billig-Golfschlägersets" innerhalb eines Schlägersatzes zu Messtoleranzen und Fertigungsungenauigkeiten von bis zu 5% kommen kann, Winkel und Maße aller Schläger dieses Satzes also nicht aufeinander abgestimmt sind. Deshalb lohnt es sich oft selbst für einen Anfänger nicht, mit einem Billig-Golfsatz zu beginnen, weil Erfolg und Spielspaß häufig auf der Strecke bleiben.


16.05.08

Mountainboarding: Spaß das ganze Jahr über

Wer gerne Snowboard fährt, muss in den schneefreien Monaten dennoch nicht auf Cruisen und Carven mit dem Board verzichten. Das Mountainboard, eine Art Skateboard füs Gelände, ersetzt den winterlichen Brettspaß aufs Beste.

Das Mountainboard erhält seine Geländegängigkeit durch vier luftgefüllte Reifen. Für den Megatrend in den USA und Großbritannien benötigt man außer dem Board noch einen Helm und abschüssiges Gelände. Ähnlich wie beim Snowboarden stecken die Füße in Laschen, die auf dem Mountainboard befestigt sind. Im Unterschied zu Snow- oder Skateboard hält der Fahrer jedoch eine Bremse in der Hand, die an der Hinterachse des Bretts angebracht ist. Gelenkt wird durch die Verlagerung des Gewichts.

Mit den luftgefüllten Reifen des Mountainboards lassen sich unterschiedlichste Geländeformen befahren. Die Geschwindigkeit wird aufgrund der kleinen Räder nicht allzu hoch. Der Bremsmechanismus funktioniert ähnlich wie bei Fahrradbremsen. Fortgeschrittene Boarder bevorzugen natürlich Steilkurven, üben sich an gewagten Sprüngen und fahren ohne Bremse.

Wer den neuen Trendsport ausprobieren möchte, sich aber noch kein Mountainboard anschaffen will - die Preise für ein Mountainboard liegen zwischen ca. 200 und 600 Euro - kann sich das Board auch leihen. Einige Skiregionen und Bikeparks haben die neue Sportart für sich entdeckt und bieten das Equipment zum Verleih an.

Bossaball: Neuer Ballsport

bossaballFußball, Turnen und Volleyball gehören zu den beliebtesten Sportarten in Deutschland. Damit Freunde dieser sportlichen Disziplinen gemeinsam spielen können, wurde mit Bossaball ein neuer Ballsport entwickelt, der Elemente verschiedener Sportarten kombiniert.

Beim Bossaball stehen sich zwei Mannschaften auf einem Luftkissen mit eingelassenen Trampolin gegenüber und spielen den Ball über ein Netz. Der Bossaball darf dabei mit sämtlichen Körperteilen gespielt werden, z.B. mit den Händen geschmettert, mit dem Kopf gespielt oder jonlierend mit dem Fuß. Erlaubt sind auch Salti, Hechtsprung zum Ball oder ein „Rückfallzieher“.
Auf dem Trampolin sind besonders hohe Sprünge möglich. Derr Trampolinspringer hat dabei die Aufgabe, den Bossaball nach dem Zuspiel möglichst spektakulär mit Händen oder Füßen in das Feld des Gegners zu spielen. Da bei dem neuen Trendsport einiges an Dynamik und Athletik gefordert ist, ist Bossaball in erster Linie für jüngere Spieler bis 40 Jahre geeignet.
Erfunden wurde Bossaball von dem Belgier Filip Eyckmans, während er beim Klang rhythmischer Musik an sonnigen Stränden in Spanien und Südamerika über den Erfolg von Beach-Volleyball sinnierte.

Foto: Bossaball Germany

08.05.08

Paragolfer – Rollstühle für Golfsportler mit Behinderung

Paragolfer sind Rollstühle für Menschen mit Behinderung, die Golf spielen möchten. Es handelt sich dabei um Stehrollstühle, die es dem behinderten Sportler ermöglichen, mit der gleichen Präzision und den gleichen Bewegungsabläufen den Sport Golf auszuüben wie ein „normaler“ Spieler. Ein lebender Beweis dafür ist unter anderem der Südafrikaner Anthony Netto.

Netto hat vor seinem Unfall professionell Golf gespielt und setzte auch danach alles daran, seinem Sport treu bleiben zu können. Er entwickelte dafür den „Paragolfer“. Dieser Steh-Rollstuhl kann durch eine Automatik aufgerichtet werden, so dass der Spieler die Position einnehmen kann, die er für die Schläge beim Golf benötigt. Bei weiten Abschlägen beispielsweise stehen durch die aufrechte Position nicht mehr wie sonst die Beine „im Weg“. Der Spieler hat freie Bahn und kann den Schwung ordnungsgemäß ausführen. Auch beim präzisen Putten des Balls in Richtung des Lochs ist der Paragolfer eine gute Unterstützung, da er sich automatisch der Neigung des Unterbodens anpasst.
Nettos Initative zeigt heute bereits große Wirkung: Paragolfer werden in der ganzen Welt an interessierte Spieler ausgeliehen und verkauft. Was die Erlaubnis von Seiten eines Clubs angeht, Behinderte auf ihren Plätzen Golf spielen zu lassen: Die Angst, der Spieler mit Behinderung könnte mit dem „Paragolfer“ das Grün beschädigen, ist völlig unbegründet. Golf wird heute integrativ von Fußgängern und Behinderten gemeinsam gespielt, es gibt Turniere und Golfclubs in ganz Deutschland und der Welt.

02.05.08

Tischtennis für Sportler mit Behinderung

Die Sportart Tischtennis erfreut sich bereits seit langer Zeit in Deutschland großer Beliebtheit. Auch Menschen mit Behinderung können diesen Sport ausüben. Allerdings wurden aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit der Spieler am Tischtennis-Tisch die Regeln an einigen Stellen geändert.

So muss zum Beispiel in einem Rollstuhl-Doppel beim Tischtennis der Ball nicht abwechselnd von den beiden Doppelpartnern zurückgeschlagen werden. Der Rollstuhl darf allerdings beim Aufschlag nicht über die imaginäre Mittellinie des Tischtennis-Tisches hinausragen. In diesen Fällen wird der Punkt, ähnlich wie beim Fußfehler im „normalen“ Tennis, den Gegnern zugesprochen.
Der Tischtennis-Sport eignet sich für Rollstuhlfahrer als Sport vor allem aufgrund seines integrativen Charakters. Tischtennis kann sowohl ausschließlich von Rollstuhlfahrern im Doppel und Einzel, als auch gemeinsam mit Fußgängern im Einzel oder Doppel gespielt werden.
Im Laufe der letzten Jahre hat sich Tischtennis aufgrund dieser Eigenschaften immer mehr zum „Massensport“ unter Behinderten entwickelt. Mittlerweile gibt es das ganze Jahr über Turniere, ein professionelles Ranglisten-System und Lehrgänge, die vom Deutschen Rollstuhl-Sportverband ausgerichtet werden. Die Sportart Rollstuhl-Tischtennis eignet sich dabei auch für Tetraplegiker, d. h. mehrfach körperbehinderte Sportler, die ihren motorischen Nachteil dadurch ausgleichen können, dass sie sich ihre Tischtennis-Schläger mit einem Tape-Verband am Arm oder der Hand befestigen.